Seit mehr als 25 Jahren widmet sich der mexikanische Künstler dem Thema der Landschaftsdarstellung, ihrer symbolischen Bedeutung und ihrer Betrachtung als Spiegel unserer Seele sowie als Symbol religiöser Glaubensinhalte. Aus selbst geschöpftem Papier, das er mit Pigmenten und Metallen anreichert, gestaltet er Urbilder einer Natur, in der menschliche Spuren selten erscheinen, der Mensch aber immer als Zeuge anwesend ist.
Jeder Baum steht bei Cuspinera für den Baum des Lebens. Die Abstraktion der Wirklichkeit erfolgt durch eine Reduktion der Farben bis hin zu fast monochromen Darstellungen. Meere und Wälder werden überlagert von Nebelschwaden, welche die Konturen aller topographischen Elemente verschwimmen lassen. Unsere Sicht wird vernebelt. Vorder-und Hintergrund rücken durch diese kalkulierten Unschärfen näher zusammen. Gleichzeitig deutet der Nebel mahnend auf Veränderung und Vergänglichkeit hin. Nebel steigt auf, wenn der Tag erwacht und ebenso, bevor die Dunkelheit einbricht, wie wir es aus dem berühmten Schlaflied ‚Der Mond ist aufgegangen‘ nach dem Gedicht von Matthias Claudius (1740-1815) kennen. Mit der Inszenierung dieses atmosphärischen Phänomens bezieht sich Leopoldo Cuspinera Madrigal auf die ikonographische Tradition romantischer Maler wie William Turner und Caspar David Friedrich.

English

For more than 25 years, the Mexican artist has dedicated himself to the theme of landscape, its symbolic contentand, its contemplation as a mirror of our soul and as a symbol of religious beliefs. Using handmade paper enriching it with pigments and metals, he creates archetypes of a nature in which the human being is sometimes present through his footprints but always as a witness. In Cuspinera's work, each tree stands for the tree of life. The abstraction of reality takes place through a reduction of colours to almost monochrome depictions. Oceans and forests are overlaid with clouds of fog that blur the contours of all topographical elements. Our vision is obscured. Foreground and background move closer together through these calculated effects. At the same time, the fog is a reminder of change and transience. Fog rises when the day awakens and also before darkness falls, as we know from the famous lullaby 'Der Mond ist aufgegangen' ('The moon has risen') based on the poem by Matthias Claudius (1740-1815). In staging this atmospheric phenomenon, Leopoldo Cuspinera Madrigal refers to the iconographic tradition of Romantic painters such as William Turner and Caspar David Friedrich.